Am Ende der Zeit

Vollkommen. Daneben. Keine Gefühl. Im Herz. Im Kopf. Im Bauch. Tot. Es ist. Schlimm. Gereizt. Überdreht. Müde. Übelkeit. Ich habe gestern zum ersten Mal gedacht, dass ich das alles gar nicht leisten kann, dass das alles viel zu viel für mich ist. Ein Hauch Verzweiflung und eine Prise Panik, ich verliere den Überblick. Nein, nicht vollkommen, aber vieles verschwimmt vor meinen Augen. Muss am Wasser darin liegen. Heute morgen wachte ich mich einer dicken Kruste in und um meine Augen herum auf. Salz. Ich weiß, wie es dort hin kommt, aber ich weiß nicht, warum. Wie nach eine Folter fühle ich mich. Noch immer. Dabei liegen Stunden zwischen dem Aufwachen und meinem Dasein in diesem Tag. Stunden. Dem besten Ypsilon von allen geht es schlecht, ich mache mir Sorgen, ich muss mich mehr um sie kümmern. Mehr noch. Noch mehr. Doch das ist schwierig, ich suche selbst nach einer Form, in die ich passe. Momentan ist alles fremd. Mir. Allein der Geschmack, den ich den ganzen Tag trotz mehrmaligem Zähneputzen im Mund habe, gehört nicht zu mir. Alles ist ein wenig seltsam, meine Gedanken fließen schneller, mein Kopf dreht sich. Ich kann nicht sagen, dass es mir schlecht geht, aber ich kann wirklich nicht behaupten, dass ich mich wohl fühle. Mir fehlt Zeit. Ich brauche mal zwei Tage. Zwei. Tage. Mehr nicht. Zwei Tage nur für mich. Zwei Tage lang keine Arbeit, einfach nichts tun. Am Ende schreibe ich eine Geschichte, davon bin ich überzeugt. Jetzt kann ich nicht einmal simple Texte verfassen. Ich verliere mich. In der Zeit. In mir. In den Gedanken. In den Regalen des Supermarktes. Mehr denn je ist Gary Numan mein Begleiter, nicht umsonst trage ich die Hemden mit seinem Namen darauf. Nicht umsonst. Wahrlich. Immer wieder läuft "friends" in Abwechslung mit "a question of faith". Immer wieder. Ruhe will dennoch nicht einkehren und ich muss dringend eine Lösung für diese Situation finden, sonst gehe ich daran kaputt. Das Augen- und Muskelzucken meldet sich wieder, ich mag das nicht, es sind ungute Vorboten.

Ich werde nun ins Kino gehen. Fahren. Mit C. und meinen Gedanken. Letztere lasse ich dort, hoffentlich. Der Film soll mich ablenken, C. wird für ein wenig Ruhe in mir sorgen. Überzeugt bin ich davon. Bin ich. Grüße. Ja. An das beste Ypsilon von allen und an A., mit der die Verständigung über Termine eine herrliche Kongruenz annimmt - und der Oktober kommt. An die Frau aus dem Nachbarort, die mir heute lang anhaltendes Lachen schenkte und der ich dafür danke. An M. und der Dank für seine heimliche Hilfe und an meine Katze, die Zicke. Allen wünsche ich kein Rauschen im Kopf, sondern Stille.

Oh, und: Wer auf das Montagsbild im unteren Bereich klickt, kann es vergrößern. Ich werde das in Zukunft immer machen, weil mich so viele nach großen Versionen der Fotos fragten. Noch größer? Nein, das muss nicht sein, denke ich.

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