Legitimation
Manches geschieht, ohne dass ich weiß, wie es funktioniert. Unangenehm ist das bei den Stimmungen, die kommen und gehen. Ich suche nach Ursachen, finde aber nur Fragezeichen in meinem Kopf. Und dann suche ich so lange weiter, bis ich mich frage, wonach ich eigentlich suche. Dumme Sache. Und im Grunde genommen sollte ich mich auch nicht immer hinterfragen. Heute geht es mir gut und ich weiß nicht warum, will aber ergründen, woran es liegt. Vielleicht kann ich das Gefühl reproduzieren, wenn es mir mal wieder schlecht geht. Kann ich aber nicht, denn ich weiß nicht, woran es liegt. Der Tag verlief in meinen Augen normal, ein wenig mehr Arbeit als gewöhnlich und ich war heute Abend noch mit der Kamera unterwegs, ohne dass mich die Resultate überzeugt hätten. Handwerk bei traurigem Wetter. Meine Lieblingsmütze hat Regen getankt, ich bin durchnässt wieder nach Hause gefahren und ich bin erschöpft vom Tagewerk. Und dennoch geht es mir gut. Vielleicht liegt es am Salat, den ich heute ass. Köstlich, wirklich. Und bei diesem Wort habe ich sofort meinen Großvater vor Augen, der so wunderbar die Lippen spitzte, wenn er es sagte. Köstlich. Ja. Vielleicht liegt es auch an anderen Dingen, vielleicht habe ich heute einfach einen guten Tag. Ich habe keine Ahnung.
Ich werde schneller: Es ist noch nicht einmal 23 Uhr und ich bin fertig mit der Arbeit. Wobei mir heute Abend M. half, was vieles erleichtert. Nun kann ich den Rest der Nacht meine Gedanken nachhängen, kann mich um mich kümmern - was ich in den vergangenen Tagen, Abendstunden bereits begann. Ich fühle mich wieder ein wenig kräftiger. Ein wenig, ich will nicht übertreiben. Es sei doch alles gar nicht so schlimm, erklärte mir vorgestern jemand, ich solle nicht so jammern. Natürlich, nicht so schlimm. In meinen Augen ist es schlimm, was mich umgibt, was mich belastet, für jemand anderen mag es lächerlich sein. Aber andere Menschen haben andere Probleme, die mir vielleicht nicht einmal erwähnenswert scheinen - jeder trägt das Paket, das auf den Rücken oder unter den Arm passt. Und ohne Probleme wäre das Leben vermutlich auch zu langweilig. Ich jammere nicht gern, nein, meistens fällt es mir so ein und aus dem Mund. Und dann ist es auch gut. Für mich. Wenn ich die Gedanken aus meinem Kopf herausgeworfen habe, dann stören sie mich auch nicht mehr. In den wenigen Momenten, in denen ich mich ärgere, lasse ich alles aus mir heraus, um es dann Minuten später vollkommen zu vergessen. Und bohren andere, dringen Menschen in mich ein, wollen Erklärungen und Hintergründe. Gibt es nicht, ich fühle. Und dann ist es auch wieder vorbei. Und wenn ich jammere, dann ist es ebenso. Nein, es ist nicht so schlimm, aber es muss raus. Ja, ich denke, das trifft es. Und es ist eine perfekte Legitimation, um weiterhin Klagelieder anzustimmen.
So, nun ist aber auch Schluss, ich will ja meinen Kopf auch mal aus dem virtuellen Raum ziehen. Aber ich habe ja noch Grüße. An A., die keinen Termin vergisst und sich heute so sehr geärgert hat - aber es gibt nun einen Schnaubsauger. An B., die mich bald unterstützt auf deren Fähigkeiten ist baue. An C., die mich immer wieder zum Lächeln bringt und an D.: Die Zeit heute war wirklich nicht vorhanden und jetzt ist es definitiv zu spät. Gut, dass ich niemanden mit "E" grüße, sonst wirft mir noch jemand vor, es sei alles fiktiv. Pusteblume. Ich wünsche allen gute Besserung und genug Schlaf.
Ich werde schneller: Es ist noch nicht einmal 23 Uhr und ich bin fertig mit der Arbeit. Wobei mir heute Abend M. half, was vieles erleichtert. Nun kann ich den Rest der Nacht meine Gedanken nachhängen, kann mich um mich kümmern - was ich in den vergangenen Tagen, Abendstunden bereits begann. Ich fühle mich wieder ein wenig kräftiger. Ein wenig, ich will nicht übertreiben. Es sei doch alles gar nicht so schlimm, erklärte mir vorgestern jemand, ich solle nicht so jammern. Natürlich, nicht so schlimm. In meinen Augen ist es schlimm, was mich umgibt, was mich belastet, für jemand anderen mag es lächerlich sein. Aber andere Menschen haben andere Probleme, die mir vielleicht nicht einmal erwähnenswert scheinen - jeder trägt das Paket, das auf den Rücken oder unter den Arm passt. Und ohne Probleme wäre das Leben vermutlich auch zu langweilig. Ich jammere nicht gern, nein, meistens fällt es mir so ein und aus dem Mund. Und dann ist es auch gut. Für mich. Wenn ich die Gedanken aus meinem Kopf herausgeworfen habe, dann stören sie mich auch nicht mehr. In den wenigen Momenten, in denen ich mich ärgere, lasse ich alles aus mir heraus, um es dann Minuten später vollkommen zu vergessen. Und bohren andere, dringen Menschen in mich ein, wollen Erklärungen und Hintergründe. Gibt es nicht, ich fühle. Und dann ist es auch wieder vorbei. Und wenn ich jammere, dann ist es ebenso. Nein, es ist nicht so schlimm, aber es muss raus. Ja, ich denke, das trifft es. Und es ist eine perfekte Legitimation, um weiterhin Klagelieder anzustimmen.
So, nun ist aber auch Schluss, ich will ja meinen Kopf auch mal aus dem virtuellen Raum ziehen. Aber ich habe ja noch Grüße. An A., die keinen Termin vergisst und sich heute so sehr geärgert hat - aber es gibt nun einen Schnaubsauger. An B., die mich bald unterstützt auf deren Fähigkeiten ist baue. An C., die mich immer wieder zum Lächeln bringt und an D.: Die Zeit heute war wirklich nicht vorhanden und jetzt ist es definitiv zu spät. Gut, dass ich niemanden mit "E" grüße, sonst wirft mir noch jemand vor, es sei alles fiktiv. Pusteblume. Ich wünsche allen gute Besserung und genug Schlaf.