Gedankenarchiv
27. Dezember: Schlaf ist unwichtig, Schreiben ist essentiell. Es gibt nach langer Durststrecke und verwesten Gedanken nun endlich wieder eine neue Geschichte. Ob das Werk gut ist, überlasse ich dem geneigten Leser. Ich bin - wie immer - unzufrieden damit. Kompletter Unsinn. Wie auch immer. Ich bekomme heute Luft beim Atmen und das ist wichtig, ich kann lächeln und meine Haare wachsen wieder. Meine Mutter wird sich freuen und ich habe wieder etwas, das ich mir raufen kann, wenn ich unzufrieden am Rechner sitze. Genießt den Rest des Jahres, ich habe gehört, dass das kommende Jahr noch besser wird.
26./27. Dezember: Ich lege meine Hand auf meinen Kopf, schabe auf den kurzen Stoppeln hin und her, frage mich, was ich bin und was ich tue. Es gibt wenig Menschen, mit denen ich mich austauschen kann. Finde ich dann so einen Menschen, dann habe ich Angst, diesen Menschen wieder zu verlieren. Dann verliere ich ihn. Vermutlich weil ich Angst hatte, diesen Menschen zu verlieren. Selbsterfüllende Prophezeiung? Irgendwann ist es anders und es ist gut, einen Menschen zu haben, der versteht und glaubt. Ich wünsche allen Lesern einen Seelenverwandten, der die Sicht auf die Dinge schärft. Ich glaube, mein Hass auf Weihnachten macht mich weich.
24. Dezember: Ich habe in den vergangenen Tagen so viele "Hallelujah" gesammelt, dass ich eine Kirche bauen könnte. In dieser Kirche dürfte man klatschen oder auch aufstehen und gehen, wenn es einem nicht gefiele und es gäbe keine Bibel. Und kein Weihnachten. Graue Utopie. Aber ich werfe euch meinen Lieblingssatz vor die harmonisierten Köpfe: Alles für Liebe und Liebe für alle. Und ich bewerfe euch mit einem Lächeln, ihr findet mich in Gedanken.
21. Dezember: Es geht mir immer noch gut. Vielleicht ändert sich das noch, wenn meine Alkohol-Vorräte aufgebraucht sind oder die Flut von positiven Gefühlen langsam verebbt. Nein, das hoffe ich nicht, denn der Rausch, in dem ich mich zurzeit befinde, ist vermutlich der Höhepunkt des Jahres - und das ist bald vorbei. Es sollte ein gutes Jahr sein, schließlich ist die Quersumme aus 2003 eine nicht zu leugnende "5". Meine Glückszahl. Egal wie es ist: Ich möchte nichts von dem ungeschehen machen, was ich in diesem Jahr erlebt oder getan habe. Ich hoffe, das zaubert bei dem einen oder der anderen ein Lächeln ins Gesicht - ich kann lächeln.
19. Dezember: Seit eineinhalb Monaten werde ich mit Harmonie und der angeblich wachsenden Vorfreude auf das Fest der Liebe bombardiert. Weitere, vermutlich wohl gemeinte, Wünsche für harmonische Festtage werde ich strafrechtlich verfolgen lassen. Von Beileidsbekunden bitte ich ebenfalls abzusehen: Ich bin mit dem Status zufrieden, ich hasse lediglich Weihnachten. Aber das entscheidet jeder selbst. Tut was ihr wollt und habt Spaß dabei - ich mache es auch.
18. Dezember: Das Leben überrascht. Mich. Und es geht mir gut. Das ist ebenfalls überraschend. Ein Virus hat mich infiziert, dem ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einen Namen geben werde. Immerhin lächle ich wieder, habe wieder Kraft und wieder Energien, die ich längst vergessen hatte. Kryptisch. Ich weiß, aber ich mag mich nicht deutlich ausdrücken, jeder darf sich seinen Teil denken. Es geht mir gut und das allein zählt. Und ein Lächeln. Die Geschichten rücken näher, habt noch ein wenig Geduld.
15. Dezember: Ich bin nicht begeistert. Weder von der Stille in mir, noch von der Stille um mich herum. Nicht zu schreiben ist anstrengend, fast so anstrengend wie die fortwährenden Fragen, warum ich nicht schreibe. Könnte ich schreiben, täte ich es. Trotz eines überraschenden Wasserfalls mit Lob zweifle ich an mir. Oh, das ist nichts Neues und auch nicht typisch für diese Jahreszeit, es ist vermutlich typisch für mich. Die Anregung, das "Chamäleon" zum Download anzubieten und zu verkaufen, kreist in meinem Kopf herum. Trotz anfänglicher Begeisterung kann ich mich nicht entschließen, diesen Schritt auch in die Tat umzusetzen. Wahrscheinlich denke ich einfach zu viel nach und handle zu wenig. Wahrscheinlich.
Drei Lieder in mir und um mich herum, alle von a perfect circle: "the noose", "a stranger" und "the nurse who loved me". Mit "Letting the cables sleep" von Bush suche ich nachts den Schlaf. Ich werde ihn irgendwann finden. Oder er mich. Ganz sicher.
26. Oktober: Jeder Tag ein neues, kle ines Drama. Jeder Tag ist wie eine Folter. Jeder Tag ist eine Qual. Kaum jemand, der das versteht. Darauf kommt es auch nicht an. Jeder trägt seinen Kopf selbst zum Schaffot, jeder trägt die Konsequenzen se ines Handelns. Ich bin selbst Schuld und deswegen ist Mitleid nicht angebracht. Weder von mir selbst noch von anderen. Mein Kopf ist leer und bereit für die Guillotine.
15. Oktober: Es gibt so viele Tage, an denen ich mich frage, ob das alles richtig ist. Ich drehe mich auf dem Weg um, sehe mir das Stück an, was ich bislang zurückgelegt habe und halte inne. Es geht sicher nicht immer darum, ob ich das Richtige oder das Falsche tue. Aber manchmal wäre es gut, wenn ich wüsste, wohin das alles führt. Mit einem blutenden Herzen kommt man nicht weit, das haben schon zahlreiche Western-Helden feststellen müssen. Ich mochte den Anblick, das ein Mann auf allen Vieren kriecht, um sein Ziel doch noch zu verwirklichen. Die Miene in die Luft sprengen. Oder den Bösewicht mit der letzten Kugel erschießen. Und dann? Leblos zusammensinken. Meine momentane Stimmung ist nichts für Optimisten. Ich bin ja selbst einer.
12./13. Oktober: Ich habe mal wieder zu wenig geschlafen. Und ich kann erneut nicht einschlafen. Nichts Neues, sagen diejenigen, die mich besser kennen. Die Tage sind zäh wie altes Kaugummi, Sekunden tropfen langsam und füllen das Glas. Und ich sehe allem zu, warte und hoffe auf Erlösung. Was ich hier schreibe? Lest doch einfach weg. Gary Numan bleibt im Ohr mit "A prayer for the unborn" und daraus die Zeile:
if you are my answer
then I must have asked the wrong question.
In diesem Sinne: Stellt die richtigen Fragen und habt Spaß am Leben - es ist immer zu kurz.
10. Oktober: Ich habe mich nun doch entschieden, die Geschichte hier unterzubringen. Vielleicht ist sie doch nicht so schlecht, wie ich befürchte. Die meisten Texte scheitern an meiner Selbstkritik und den Zweifeln. Aber ich arbeite daran, besser zu werden, als ich mich sehe. Irgendwann gelingt es mir. Oh, und zur Abwechslung mal mein musikalischer Held in der Endlosschleife: Gary Numan - Everyday I Die.
9. Oktober: Wo ich war? In Gedanken. Hunderte von Ideen, ich bin beinahe daran erstickt. Erstickt an den eigenen Gedanken und erdrückt von einem Berg Arbeit. Und manchmal wäre es vielleicht besser so. Morbide Ader. Keine Sorge, ich klebe am Leben. Ich mag es nur, wenn ich am Abgrund stehe, dann bin ich mir bewusst, wie wichtig alles ist. Eine neue Geschichte ist fertig, aber ich scheue mich noch, sie euch zu präsentieren. Ganz zufrieden bin ich nicht, zu viele Zweifel an mir und dem Geschrieben plagen mich. Aber ich stelle ein Gedicht ein, dass schon lange bei mir herum liegt.
22. September: Humpelnde, verletzte Ideen auf dem Friedhof der Visionen. Heute hat mir jemand unterstellt, ich sei morbide - vielleicht ist das eine Auszeichnung, denke ich und lächle. Am Ende ist es egal, ich sehne mich nicht nach dem Tod. Aber vielleicht sehnt er sich nach mir. Fakt ist: Ich fühle mich unverstanden und möchte das Heer meiner Gedanken in eine Schlacht schicken, die ich nicht gewinnen will. Aber die Generäle sind müde und die Gegner voller Hinterlist: Wenn ich mir etwas aussuchen dürfte, dann fiele mir zurzeit nichts ein. Bis auf den Wunsch, dass man mir zuhört und mich versteht - aber das ist schwieriger als die Million im Lotto zu gewinnen. Meine Ohren gehören Laith Al Deen und "Kleine Helden". Ach, und: Die neue Geschichte ist alt, ich mag sie aber immer noch.
16. September: Wenn alles leicht wäre, dann könnte ich schweben. Und wenn ich ehrlich bin: Früher konnte ich es, demnach war vor einigen Jahren alles leichter. Ich beklage mich aber nicht, weil es viele Geschichten gibt, die ich in mir trage. Und ich lebe. Ich atme. Und manchmal lache ich auch. Daher schicke ich jetzt ein paar Grüße nach Wien und ein Lächeln in die USA, bedanke mich für die mir gewidmeten Gedanken. Nein, ich nenne keine Namen. Aber es tut gut zu wissen, dass es da draußen etwas gibt. Etwas. Andere Menschen, die an mich denken. Dan ke. Dunkle Laune in diesen Tagen, aber die Sonne ist immer stärker als das Wasser in den Regenwolken. Ach, und: "I want it all" von "Kosheen" in der Endlosschleife.
14. September: Schon wieder ist es zwei Uhr, schon wieder suche ich, aber finde ich keinen Schlaf. Ich sollte es so machen, wie mit allen anderen Dingen: Nicht suchen, das Finden kommt dann von allein. Allerdings ist der Profit der schlaflosen Nächte immens, denn ich finde Gedanken. Zur frühen Stunde bedanke ich mich daher bei allen Lesern, die hier im virtuellen Medium mir die Treue halten. Euer Vorteil: Meine Launen gehen spurlos an euch vorüber, ich bekommt alles nur durch einen watte-weichen Filter zu spüren. Morgen oder am Montag stelle ich euch die erste Leseprobe des zweiten Buches zur Verfügung. Oh, und wer "Das Chamäleon" komplett lesen möchte, schreibt mich einfach an. In sympathischen Einzelfällen verschicke ich das Manuskript.
11. September: Ich glaube, die neue ist eine der Geschichten, mit denen ich nie fertig werde, immer unzufrieden bin aber doch will, dass sie gelesen wird. Die Gedanken darin gefallen mir, haben aber wieder einmal keinen aktuellen Bezug. Bis auf die Zeilen von "Portishead", die pausenlos in meinen Kopf umher irren. Ab jetzt kümmere ich mich wieder um mein zweites Buch und vielleicht stelle ich die eine oder andere Leseprobe ins Netz. Kurzgeschichten dürften immer wieder einmal abfallen.
8. September: Ich gebe zu, ich bin betrunken. Oder angetrunken. Wie "Neo" stehe ich da und sage: "Gut, befreie ich meinen Geist." Heute Nacht muss sie fallen, die Geschichte. Drückt mir die Daumen, ich wünsche euch allen Liebe und Gelassenheit. Muss am Wein liegen.
7. September: Ich gebe zu, dass ich enttäuscht bin. Eine weitere Geschichte wollte gestern Nacht nicht aus meinem Kopf, die Gedanken blieben an einigen Kanten im Kopf hängen. Ärgerlich, aber unabänderlich. Ich vertraue auf meine immer wiederkehrende Kraft - der Fluss wird kommen und meine Gedanken mitnehmen.
2. September: Keine Sorge, ich werde euch nicht mit Geschichten überfluten. Obwohl das dem einen oder der anderen vermutlich gefiele. Mit dem neuen Werk bin ich noch nicht zufrieden, aber es musste aus dem Kopf. Und ich bin froh über jeden Tag, an dem es klappt.
1. September: Ich arbeite. Die Welt sitzt in einem Käfig und muss zusehen, wie ich mich entwickle. Eine Menge Geschichten in meinem Kopf, es gibt bald Nachschub. Und vermutlich habe ich auch bald wieder Kraft für mein zweites Buch. Aktuell in der Endlosschleife: "Got the life" von "KoRn".
30. August: Das Warten hat sich gelohnt, wenngleich ich noch nicht juble. Immerhin glückte mir seit langem wieder eine Geschichte und mit "Brechreiz" stelle ich mein liebstes Fragment ins Netz. Wer wissen will, wie es mir geht, der mag sein Ohr "Portishead" und dem Lied "Roads" leihen. Viel Spaß bei den anschließenden Depressionen.