Brillmützenschlange

Den ganzen Abend unterwegs, den ganzen Tag gearbeitet, vieles hat sich zum Guten gewendet und meine wachen Stunden heute haben mir zudem Spaß bereitet. Heute Abend habe ich das Gefühl, fertig geworden zu sein. Oh, ich weiß, dass es noch viel zu tun gibt, aber heute habe ich alles erledigt, was ich konnte. Ich konstatiere: Ein guter Tag ist es gewesen. Und ein Geschenk habe ich bekommen. Unverhofft. Mit einem stummen Dank an den anonym Schenkenden senke ich mit geschlossenen Lidern das Haupt. Sehr stilvoll und wirklich brauchbar, ein praktisches Geschenk. Und unverhofft ist auch das morgige Wiedersehen mit S., die ich nun schon monatelang nicht mehr traf und die sich gestern Nacht bei mir meldete. An das letzte, kuriose Treffen erinnere ich mich nur dunkel: Ich meine, es war irgendwo in einem kleinen Ort in der Nähe von Lüneburg, aber ich mag mich täuschen. So komme ich morgen wieder dazu, ein wenig Sushi zu essen und endlos zu plaudern. Über Vergangenen und Zukunft und Gegenwart. Das gefällt mir, das ist ganz nach meinem Geschmack. Inklusive des Sushis. O, einziger Wermutstropfen des heutigen Tages: Der Kinoabend mit T. findet nicht statt, weil ich in der Arbeit fest steckte. Der Besuch im Lichtspielhaus wird vertagt, keine Frage - und T. ist wundervoll unkompliziert in diesen Fragen. Wirklich wundervoll. Ich muss es ihr einmal sagen.

Eine Packung Müsli-Riegel, meine Bettdecke, eine alte, beige Skimütze und meine Brille. Ich glaube nicht, dass ich möchte, dass man mich jetzt so sieht. Aber ich habe Hunger, mir ist kalt und meine Augen brauchen Entspannung. Kalt ist mir, weil ich den ganzen Abend, während ich unterwegs war, die Balkontür offen ließ und meine Räume nun erfüllt sind von klarer, sauberer Luft, aber auch von Kälte. Alles kann ich nicht haben und ich bin froh, dass ich denken kann. Und zwar um so viele Ecken, dass ich selbst nicht immer folgen kann. Wie ein Versteckspiel. Und ich bin immer ein paar Sekunden zu spät, weiß nicht, ob ich hierhin oder dorthin gelaufen bin. Mein Kopf braucht Ruhe, aber nach diesem Tag bin ich noch noch so erregt, kann ich mich noch nicht beruhigen. Schon so oft habe ich über eine räumliche Trennung von Büro und Wohnung nachgedacht und es ist vermutlich das erste, was ich angehen möchte. Nach Hause kommen. Abschalten. Nicht noch an andere Dingen denken, denken müssen. Müde ins Bett fallen. Ja. Das ist ein Ziel, das ich verwirklichen kann und auch muss. Keine Frage.

Ich schlafe jetzt, so früh habe ich es schon lange nicht mehr versucht. Aber Grüße zur Stunde des Teufels. An D., die nun schon schläft und die ich vorhin gern angerufen hätte - ein anderes Mal. An das beste Ypsilon von allen, das morgen endlich, endlich wieder arbeiten kann. Hoffentlich. An O., mit dem ich morgen Abend leider keine Zeit verbringen kann - und wenn, dann wird es sehr spät. Oh, und an B.: Nein, Ally und John haben sich auch nie aus den Augen verloren, ich komme hier nur zu gar nichts. Und jetzt schließe ich Augen und Laptop - in umgekehrter Reihenfolge.

Zuletzt geschrieben

Newsletter

captcha