Nervtöter

Angenehme Temperatur unter dem Dach, über dem der Himmel liegt, auf den die Welt schaut. Guter Start, ich habe schon so viel getan heute, ein paar kleinere Probleme in den Griff bekommen und sogar etwas Geld verdient. Es entwickelt sich alles positiv und vermutlich wird das beste Ypsilon von allen Recht behalten, dass sich mein Einsatz auszahlt. In jeder Form. Und O. wird Recht behalten. Sie alle behalten Recht und meine Zweifel werden zerstreut, wobei ich im Grunde genommen ja Optimismus versprühe. Nach außen. Innen muss ich immer alles hinterfragen, muss ich alles noch einmal überdenken und abwägen, ob dieses oder jenes richtig ist. Ich habe mich sogar gefragt, ob ich den kostenpflichtigen Zugang zu meiner Seite nicht schon wesentlich früher hätte einrichten sollen. Nein, ich denke, das wäre unsinnig gewesen. Wäre es. Ja. Es ist - mal wieder - alles nach Plan verlaufen, nach meinem Plan. Und alles geht gut aus. Wie so oft. Und das treibt mir ein Lächeln in die Wangen und Mundwinkel, das sich gewaschen hat, obwohl ich heute noch nicht geduscht habe. Aber das kommt noch.

Mystifizierung und Glorifizierung - mich nervt das. Oh, nein, nicht grundsätzlich, genau genommen geht es dabei nur um einen Fall: die Liebe. Fraglos ist es ein wundervolles Gefühl, ohne Zweifel tut es dem Herz, dem Bauch und dem Kopf einfach gut, aber es ist nur ein Gefühl, das kommt und das auch geht. Für immer. Sicher. Einige Menschen liebe ich lange. Vielleicht mein ganzes Leben. Alles dreht sich um die Liebe und - Entschuldigung - mich nervt das. Nein, nicht weil ich nicht geliebt werde, sondern weil ich es furchtbar finde, dass alles darauf reduziert wird. Darauf und auf die Zweisamkeit. Vielleicht ist es so, dass mich diese Reduzierung stört: Nur nicht allein sein, Urlaub immer zu zweit, um Himmels Willen nicht allein, nicht allein ins Kino, nicht allein ins Theater. Ach. Das ermüdet mich. Sicher machen diese Dinge auch zu zwei Spaß. Und manchmal machen sie auch gerade zu zweit Spaß, weil es Menschen gibt, mit denen man Gedanken teilt. Mit T. ins Kino zu gehen ist einfach klasse, mit dem besten Ypsilon von allen zusammen zu arbeiten ist perfekt. Und ich weiß, das ich beide liebe. Ja, freilich, es gibt viele Formen von Liebe und ich glaube, dass das, was die Menschen so emporheben, gar nicht die Liebe, sondern das Verliebst sein, das Kribbeln im und am Körper ist, das allen so viel Spaß macht. Der Gefühlsrausch. Glaube ich. Aber diese Gedanken sind noch nicht zu Ende gedacht, ich muss noch ein wenig mit ihnen allein sein. In meinem Kopf.

Ich muss mich beeilen, ich habe heute noch viel vor. Am Ende stehen die Fotos mit S., auf die ich mich wirklich freue. Was ich denn dafür haben wolle, hat sie gefragt. Nichts, ich will gar nichts, so lange es Spaß macht. Gar nichts. Und die Erlaubnis, ein paar Bilder hier zu veröffentlichen. Wenn ich denn dazu komme. Die Zeit rinnt durch meine Finger, grausam. Die Tage sind zu kurz, und ich bin mir nicht sicher, ob die schlaflosen Nächte nicht doch irgendwann ein böses Nachspiel haben werden.

So, nun ist Schluss, aber es gibt noch Grüße. An T., die im Kino so herrlich vor Vergnügen kreischen und quieken kann. An D., deren Nachricht mich gestern wachrüttelte und ich sagen muss: Du hast wohl Recht - Antwort folgt. An das beste Ypsilon von allen, der ich Kraft schicke, damit es auch heute ein guter Tag wird und an meine Katze: Wenn Liebe, dann hier.

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