Zentrierte Gedanken

Tief geschlafen. Tief. Wieder traumlos. Aber einige der zahllosen Nebel lichten sich, einiges wird deutlich. Deutlicher. So. Und? Sehe ich nun klar? Nein, noch immer nicht, aber es wird mir immer mehr bewusst, was ich will - das ist gut, das tut gut. Finde ich. Und? Was will ich? Alles muss ich mir aus den Fingern ziehen, ist ja furchtbar. Nun, ich bin noch dabei, das Ganze genau zu definieren: Es ist eine Mischung aus Ruhe und Bewegung, die im unsteten Wechsel kommen und gehen. Das gestaltet sich natürlich in sofern schwierig, dass ich niemals weiß, wann ich nun Ruhe und wann ich Bewegung will. Sehr schwierig. Momentan will ich Ruhe, zumindest heute, ich will weiter arbeiten - und das tue ich auch nebenbei. Gut. Am Ende läuft es mehr und mehr auf die Perfektionierung der verdammten, verruchten Eigenschaft hinaus: Egoismus. Ich habe mich in den vergangenen Tagen, Wochen immer mehr mit diesem Thema beschäftigt, einiges habe ich hier auch aufgeschrieben, finde es aber nun nicht wieder. Ich sollte mal eine Suchfunktion installieren. Ja, das ist eine gute Idee. Eine Suchfunktion. Das kann ich sicher auch nebenbei lösen. Wo war ich? Ach, der Egoismus. So schlecht ist es nicht, so verwerflich ist das selbstzentrierte Denken nicht, es wird nur immer schlecht gemacht. Und die Menschen glauben, das Egoismus anderen Menschen weh tue. Aha. Natürlich, es gibt Grenzen. Ein Volk von gnadenlosen Egoisten wird vielleicht keine Weltmeisterschaft im Paarlaufen gewinnen - aber vielleicht auch doch. Ein Egoist muss nicht alles allein tun, aber er ist sich darüber im Klaren, dass er alles für sich selbst tut. Nicht für die Schule, nicht für den Chef, nicht für die Freunde, sondern für sich selbst. Egoismus. Liege ich falsch? Nein, ich denke nicht. Und ich achte darauf, dass es mir gut geht. Zweifelsohne - ein wirklich zauberhaftes Wort - leiden mitunter auch andere Menschen unter meinen Stimmungen, den Launen...

Ich glaube, die Suchfunktion ist installiert, ich sehe es mir hinterher mal an...

...den Absagen und Ausbrüchen, den seltsamen Aussprüchen. Ja, das tun sie. Und es gibt nicht wenige, die mit meine Art der Kommunikation ein Problem haben, die ebenso wechselhaft in der Stärke ist, wie der Regen - momentan ist es trocken. Ein Egoist. Bin ich. Und ich bekenne mich. Vor mir und vor anderen. Und nach endlosen Nächten des Grübelns bin ich auch nicht mehr so erschrocken, sondern akzeptiere es, denn mit dieser Art zu leben geht es mir gut. Und die Freunde, die ich habe, mögen mich wohl auch so. Das ist schon viel, es ist wirklich großartig, so gute Freunde zu haben. Und am meisten freut mich heute, dass es dem besten Ypsilon von allen wieder besser geht, dass sich alles als harmlos herausgestellt hat. Fein. Wirklich. Seitdem ich es weiß, ist mein Kopf ein wenig freier.

Ich finde die seltsamsten Dinge. Heraus. Die Knoblauchzehen im Glas sind gesund, aber das Öl nicht. Zumindest nicht für mich. Ich weiß, dass ich die rohen Zehen sehr gut essen kann, daher kann es nicht an ihnen liegen, aber das Öl, ja, das Öl quält mich. Nachdem ich in der vergangenen Nacht ein ganzes Glas der eingelegten Zehen vertilgte, bin ich heute wieder unpässlich. Und selbst Schuld, ich weiß. Aber ich wollte das Glas ja auch nicht umkommen lassen, ich wollte es einfach nicht. Und nun ist es weg und ich kann mich wieder anderen Nahrungsmitteln nähern. Und von ihnen nähren. Worte. Worte. Worte. Wie wundervoll. Was finge ich nur ohne das Schreiben an.

Ja-ja, manchmal mache ich Unfug. Ich dränge mich dazwischen, das haben mir schon so viele Menschen gesagt. Ja, ich gebe es sogar zu. Aber ich kann mich nur zwischen etwas drängen, wenn es dort einen Spalt gibt. Dass ich am Ende immer die Schuld bekomme, wenn irgendetwas kaputt geht, stört mich mittlerweile nicht mehr. Lieber trage ich Verantwortung und meinetwegen auch Schuld, als dass ich mit dem Finger auf andere zeige, die für mein Unglück verantwortlich sein sollen. Nein. Und ganz ehrlich: Mich befremdet es, dass es anders herum immer wieder geschieht, dass sich andere Menschen nicht selbst den Zeigefinger auf die Brust setzen und sagen: "Bah, Du warst das." Natürlich ist es einfacher, die Schuld anderen zuzuweisen, aber einfach ist nicht immer besser. Denke ich. Außer vielleicht beim Erstellen von Internetseiten, aber das gehört nicht hierher. Oder auch doch, schließlich muss ich noch die Seite für C. fertig machen, damit seine Fotos gut aussehen. Und ich frage mich, wann ich dazu kommen soll. Das Wochenende ist voller garstiger und einem zauberhaften Termin am Samstag, endet aber im Sonntag im üblichen Chaos. Und darüber mag ich jetzt auch gar nicht nachdenken. Nein.

Heute. Schon wieder Fußball, ich werde immer schlanker, das gefällt mir. Wirklich. Und dann noch Kino, nachdem ich T. für Mittwoch absagen musst. Mit dem Film heute bin ich nicht wirklich einverstanden, aber ich sehe ihn mir dennoch an. Nein, ich schweige mich aus, den Namen verrate ich nicht. Gar nichts. Und im Grunde genommen will ich ihn gar nicht sehen. Aber ich sehe ihn mir trotzdem an. Neugier. Und hinterher werde ich hemmungslos lästern, das mache ich ohnehin al liebsten.

Zurück an die Arbeit, vorher grüße ich noch. Das beste Ypsilon von allen, weil es mich wirklich freut, dass es ihr wieder besser geht. Meine Nichte L. in München, deren Geburtstag ich mal wieder vergessen habe und dann S., weil ich auf den morgigen Tag maßlos gespannt bin. Außerdem grüße an den Wettergott: Nach wie vor mag ich Regen lieber.

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