Der Film passt immer. Constantine. "Beschäftigt, beschäftigt, beschäfigt. Urlaub wäre mal schön..." Seit Dienstag jeden Tag mit der Kamera unterwegs, jeden Tag Linsenblicke und nächtliche Auwertungen, heute ist der erste freie Tag und ich habe vor, ihn vollkommen zu genießen. Schon allein deswegen, weil ich morgen einen extrem langen Tag haben werde, der dann aber mit einem entspannten Abend enden wird. Die Glanzlichter sind gesetzt, so kann ich auch die vier geballten Termine überstehen. Und heute mache ich wirklich gar nichts. Nichts. Meine Brille suche ich gleich mal. Moment.
So. Wieder da. Natürlich ist es lästig, eine halbe Stunde etwas zu suchen, von dem ich weiß, das es die Wohnung nicht selbständig und freiwillig verlassen kann, aber die Suche ist für mich immer interessanter als das Finden. Und auch wenn ich jetzt wieder entspannt auf den Bildschirm starre, so ist die ganze Energie, die ich gerade noch in geballter Form in mir trug, verfolgen. Nicht vollkommen, nein-nein. Ich bin ja noch da. Außerdem wollte ich ja auch entspannen. Heute. Am Nachmittag dann die Fahrt zum Lieblings-S nach Kiel, Kampfquatschen und eine Einweihungsparty mit Musik. Klar. Womit auch sonst. Mal sehen, was ich in den virtuellen Regalen noch so finde, um dort für ein wenig Rhythmus zu sorgen.

Hm. Die Bilder von gestern könnte ich schon einmal auf die Reise bringen, dann muss ich das nicht mehr morgen vormittag machen. Gute Idee, mal sehen, wie lange sie in meinem Kopf bleibt. Na, das werde ich kaum binnen weniger Sekunden wieder vergessen.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Ich habe im vergangenen Monat nicht nur gut, sondern auch halbwegs erfolgreich gearbeitet. Was mir an diesen Zahlen aber nicht gefällt, dass sie von der Inflation so nieder gemacht werden, so dass sie kaum noch einen wahren Wert haben. Schade. Angeblich ist ja alles gleich geblieben, seitdem die neue Währung meinen Kontostand verändert hat. Angeblich. Ich habe von diesen Dingen wirklich keine Ahnung, aber es fühlt sich nicht so an, als wäre alles gleich geblieben. Als ich gestern an einer Kasse stand, blieben meine Augen an der fettgedruckten Titelzeile haften: "Deutsche sollen auf den Urlaub verzichten" - oder so ähnlich. Gut, ich verzichte schon seit über drei Jahren darauf und jetzt bin ich gespannt, worauf ich nun verzichten muss. Wäre ich ein Rädelsführer, ein Revolutionär, dann riefe ich dazu auf, auf die Wahlen zu verzichten, um den einzigen, die auf nichts verzichten, zu zeigen, was Verzicht bedeutet. Ich riefe dazu auf, all denen, die nach Macht streben, Nichtachtung zu schenken, um ihnen zu zeigen, was es bedeutet, machtlos zu sein. Und ich bäte darun, all denen, die mit Vorsatz lügen, die Wahrheit zu schenken, auf dass sie ganz von vorn beginnen. Alle auf einmal. Wo das enden würde? Hm. Angeblich ist die Wahrheit zu gefährlich für die Menschen. Vielleicht ist das so. In meinen Augen ist die Wahrheit explosiv, aber ungefährlich. Lügen sind biologische Waffen mit Spätfolgen - für alle Beteiligten.

(...)
"It's driven me before an it seems to be the way
That everyone else gets around
But lately I'm beginning to find that when
I drive myself my light is found"
(...)
Drive - Incubus - CD make yourself
 

Ich bin wirklich entspannt. Gut. Einziger Wermutstropfen des Wochenendes: Der Sport findet für mich nicht aktiv statt, das hätte ich gern noch untergebracht. Aber ich kann nicht alles haben. Kann ich nicht. Arbeit ist gut und auf das Fechten am Sonntag freue ich mich jetzt schon, das ist wirklich mal wieder etwas Spannendes. Großartig.

So. Noch ein paar Grüße. An die Gedankenschwester am Ehrentag - irgendwann mache ich da mal mit Dir Unsinn. An Æ und den musikalischen Austausch, an die Gleichgesinnte mit Vorfreude und an das Lieblings-S - die Ruhe vor dem Sturm. An meine treue Kamera, an die Pelztochter auf ihrem Lieblingsplatz, an AltA und die Freundschaft, an die Sonne und die angenehmen Temperaturen, an Axx und die nächtliche Ruhe und an meine Brille. Genau. Ich werde diesen Tag genießen - wer will, kommt einfach mit.