Über mich

Das Leben in Kurzform - nicht tabellarisch

Armin SengbuschAngeblich ist es wichtig, etwas über mich zu schreiben. Als ob nicht schon genug Buchstaben auf der dieser Seite stehen. Ein persönlicher Lebenslauf. Naja. Damit der Neuankömmling weiß, mit wem er es zu tun hat. Klingt sehr einfach. Wirklich kinderleicht. So kinderleicht, wie aus der fahrenden Achterbahn zu springen. Und ich fahre nicht gern in der Achterbahn.


Ich wurde am 10. August 1967 um 0.18 Uhr geboren. Das Resultat zweier Menschen, die im Allgemeinen als Erzeuger bezeichnet werden, von denen einer mir vollkommen unbekannt ist, der andere sich redlich Mühe gab, den Titel "Mutter" zu verdienen. Der Mann an ihrer Seite kam eher unfreiwillig in den zweifelhaften Genuss meiner Gesellschaft - aber jeder bekommt eben das, was er verdient.
Mit zwei Jahren konnte ich mich relativ gut verständigen - auf Deutsch und auf Englisch - und ich unternahm diverse Versuche, mich selbst zu töten, was meine morbide Ader schon früh unterstrich: Ich aß Ata, jenes trockene, staubige Scheuermittel, mit dem man Badewannen reinigt, und hangelte mich schreiend an der Reling eines Schiffes entlang. Im Nachhinein wurde oft behauptet, ich hätte geschrien, weil ich Angst hatte. Das ist so nicht ganz richtig: Ich wollte, daß man vor mir Angst hat. Mit vier Jahren brachte ich es fertig, meinen Vater in eine Mausefalle tappen zu lassen und konnte bereits zwei Jahre zuvor die vielen Bücher in meinem Kinderzimmer allein lesen. Das erleichterte mein Leben ungemein.


Armin Sengbusch - mit HaarenNach einigen nervigen Erfahrungen mit dem Schauspielen, einem abgebrochenen Schauspielstudium, einem abgebrochenen Pädagogikstudium, einer abgebrochenen Autoantenne und einem gebrochenen Herzen sowie einer abgeschlossenen Ausbildung zum Bürokaufmann, mit der ich schon lange abgeschlossen habe, machte ich mir ernsthaft Gedanken darüber, was ich eigentlich will. Ernsthaft. Ich meine: So richtig ernsthaft. Zunächst lernte ich Gitarre, ärgerte meinen Gesangslehrer Previn, der mich nur unterrichtete, weil er in mich verliebt war und trällerte dann in einigen Tonstudios in Mikrofone. Schließlich kam sie. Die Erleuchtung.

Ich stellte fest, daß alles, was ich bislang getan hatte, geprägt war von der Sprache. Ich fing an, meine literarischen, geistigen Ergüsse auf Papier festzuhalten und nicht zu verschenken oder wegzuwerfen

Dann arbeitete ich als Fotograf und hin und wieder auch als Journalist für eine Hamburger Tageszeitung, schlug mir die Nächte um die Ohren, um meiner Bestimmung zu folgen. Schriftsteller. Worte, mein Wortreich ist wortreich. Mittlerweile ernähre ich mich nur noch von der Kunst und ich werde nicht dick.

Ja, und jetzt frage ich mich, ob ich genug geschrieben habe, ob es informativ ist und ob es überhaupt den Zweck erfüllt. Egal, ich schicke diese Zeilen jetzt an den Macher meiner Webseite: Soll er sich doch damit herumplagen. In der Zwischenzeit werde ich ein wenig schreiben, vielleicht eine neue Kurzgeschichte über das Verfassen von Lebensläufen.

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