Schwarz fahren
geschrieben am: Tuesday, 29. December 2009, 10.47 Uhr
Das Jahr ist vorüber. Nicht offiziell, dafür fehlen noch ein paar Stunden, aber nach dem letzten Auftritt im Jahr 2009 kann ich mich jetzt für ein paar Tage entspannt zurücklehnen und eben auch behaupten, dass das Jahr jetzt vorbei sei. Zumindest was die Bühne anbelangt. Geschlafen habe ich deswegen immer noch nicht so richtig, aber ich kann mich entspannt zurücklehnen, genieße die Ruhe, die momentan zwar noch durch vier geteilt wird, weil drei Grazien im Raum unter mir ihre Abreise gen Köln und München vorbereiten, aber es herrscht Ruhe in meinem Kopf. Und weil das Jahr für mich inoffiziell beendet ist, befinde ich mich jetzt ganz legitim in einem Raum-Zeit-Loch, bin nicht aufzufinden und empfinde tief in mir Genugtuung und Gelassenheit. Das ist wirklich eine großartige Sache. Wirklich.
Die letzte Karte für die deutsche Bahn kaufe ich mir heute. Zum letzten Mal werde ich im Internet eine Fahrkarte besorgen, um dann umständlich mit einem Ausdruck und zwei Plastikkarten zu beweisen, dass ich rechtmäßig und amtlich einen Anspruch auf die Beförderung auf dem Schienenweg habe. Zum letzten Mal, denn ich werde ab dem 1. Januar ganz offziell schwarz fahren. Auch das kostet Geld, aber in diesem Fall wird es sich lohnen, davon bin ich überzeugt. Und ich frage mich, warum die Bahn selbst den Spruch mit dem "Schwarz fahren" noch nicht offiziell in ihr Programm genommen hat. Ich freue mich schon, das wird wirklich ein Fest: Einfach einsteigen und losfahren, ein fahren und die Gedanken auf Reisen schicken, während ich auf Reisen bin. Ich mag das. Und wer die dieweil mit dem Wagen fahren will, der kann das gern tun. Ich reise entspannt.
Zweimal klingelte die Post heute schon, ich habe mich selbst beschenkt und bin zufrieden mit dem Tag, dessen Ende noch nicht abzusehen ist.
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