Oh, Mann. Im Bus der Linie 21, ich bin friedlich und denke nach, da spricht mich jemand an. Er: "Poetry-Slam?" Ich: "Ja?" Er: "Schriftstehler?" Ich: "Ja." Er: "Cool!" So spricht der junge Mann, reicht mir die Hand und bedankt sich. Ich bin verlegen und versuche, möglich entspannt zu bleiben, bin glücklich und bedanke mich beim Aussteigen. Es ist nicht so, dass ich heute einen schlechten Tag hatte, aber wenn es so gewesen wäre, dann hätte dieser junge Mann mein Leben gerettet. Und das innerhalb einen so kurzen Dialogs. So schnell kann das Leben sein. Und das, nachdem ich im Rap-Slam immerhin bis ins Halbfinale drang - und ich bin froh, dass Tobi Kunze und Gauner sich den Ruhm teilen durften, denn das war schließlich das, was ich mir von Beginn an gewünscht hatte - und so kam es schließlich auch. Insgesamt war es ein Fest, Selma Montana drehte auch noch mächtig am Wortrad und heimste Respekt ein. So soll es sein. Ich hatte meinen Spaß und ein wenig Whiskey im Glas, so dass ich am Ende dankbar war, dass ich mit dabei sein durfte, während ich darüber staunte, mit welchen Worten sie durch den Freestyle kurvten. Das ist nicht meine Welt, aber ich war dabei und das ist alles was zählt. Für mich.
Ganz offiziell. Ich bin jetzt dort, wo ich hingehöre. In der KSK. Ab heute. Ich habe Tränen in den Augen und höre auf mich zu beklagen. Für ein paar Tage. Stattdessen werde ich mich der Unendlichkeit an den Hals werfen und mich glücklich schätzen, das alles erleben zu dürfen. Der Tag ist historisch bedeutsam, ich mag das, wenn alles zusammen kommt. Glück ist so einfach. Manchmal. Und dann kommt eben alles zusammen. Hurra. Ich bin tatsächlich, wo ich hingehöre. Morgen, nein, heute werde ich mit der Unendlichkeit feiern. Das ist nur gerecht. Das denke ich nicht, da bin ich mir sicher. Gute Nacht, sagt der gute Tag. |
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Es ist an der Zeit, die Wahrheit zu sagen, nichts zu verschweigen.“Die Wahrheit”, sagt mein Bruder, “die Wahrheit ist die beste Lüge, denn niemand wird dir glauben.” Niemand wird mir glauben, davon bin ich überzeugt, aber ich habe mir sein jenem Abend selbst versprochen, nur noch die Wahrheit zu sagen. Nichts anderes als die Wahrheit, auch wenn mir kein Gott helfen kann. (aus "Feuerbrüder")
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