schriftstehler

Geschichten und Gedanken

Das Tagebuch

Essentiell

vom 20. May 2010, 17.41 Uhr

Das Tagebuch

Auf dem Kopfhörerkabel meines iPhones steht ganz deutlich China. Im Grunde genommen könnte es mir ja egal sein, aber ich spüre einen Hauch von Vertrauensverlust gepaart mit etwas Skepsis. Alles stammt nun aus dem Reich der Mitte, egal was ich kaufe oder besitze, die Damen und Herren in den chinesischen Brutstätten basteln alles zusammen. Alles. Das ist natürlich ein Beleg für eminenten Fleiß sowie für eine günstige und effiziente Produktion, aber das macht mir auch Angst. Wenn China mal Urlaub machen sollte oder einfach keine... weiterlesen




Dramen der Weltgeschichte

vom 18. May 2010, 19.44 Uhr

Das Tagebuch

Die großen Dramen der Weltgeschichte, sie sind immer so tragisch. Die meisten Dramen finden ja im Sommer statt, wenn sich verliebte Teenager am Ende des Urlaubs wieder trennen müssen. Oder wenn Fußballer sich verletzen. Wegen eines Sportlers gibt es nach der Tagesschau einen "Brennpunkt", die WM ist in Gefahr - mir wäre es ja am liebsten, wenn man sie absagte. Der Kicker fragt, ob Deutschland auch ohne Michael Ballack Weltmeister werden kann und ich kontere über Rechtsaußen und frage: Wen interessiert das? Und: Wenn der... weiterlesen




Die Sache mit den Reißverschlüssen

vom 14. May 2010, 14.31 Uhr

Das Tagebuch
Wichtige Notiz an mich: Reißverschlüsse sind dazu gemacht, sie zu schließen. Das gilt besonders für Taschen und Rucksäcke, aus denen etwas herausfallen könnte, falls man so tut, als bewege man sich schnell. Oder falls man sich wirklich schnell bewegt. Ich glaube, ich habe alles wiedergefunden, nur nicht mein Zeitgefühl - nicht so schlimm, ich musste ja ohnehin ein paar Verluste anmelden, da kommt es auf das eine oder andere nicht mehr an. Einem Zug hinterherzusehen ist ganz sicher auch schön, als ihn kommen zu sehen - das Leben ist... weiterlesen



Planetenkonstellationen

vom 13. May 2010, 15.19 Uhr

Das Tagebuch
Sie sagte, dass sie das gefunden habe,... weiterlesen



Die Welt ist nicht hier

vom 11. May 2010, 17.02 Uhr

Das Tagebuch

Ja, wo soll es denn hingehen? Hin gehen? Hin fahren? Fliegen wird ja zum Glück wieder schwierig und wenn ich es mir wünschen könnte, dann müsste auch die Formel 1 pausieren, während die Asche in der Luft ist - schließlich benutzen die auch Flugbenzin. Oder beinahe. Ewig fahren die im Kreis und kommen doch niemals an. Und laut ist es dort. Viel mehr Menschen sollten zu den Poetry Slams kommen und sich mal ein Bild davon... weiterlesen




Abgestiegene Prügelknaben

vom 09. May 2010, 20.36 Uhr

Das Tagebuch

Hilfe. Oder: Hilfe! Auf der Reise bin ich, aber es wurde doch noch ein wenig hektisch. Weil ich meine Zeit für Bergheim zu knapp bemessen hatte, dumm wie ich manchmal bin. Manchmal. Und dann musste es eben ganz schnell gehen: Mit einem Sprint bei vollem Gepäck inklusive Gitarre erreiche ich noch den Zug bis Horrem. Immerhin. Dort warte ich in Gegenwart dummer und hässlicher Menschen auf den nächsten Regionalzug, der sich aus unerfindlichen Gründen verspätet und mich warten lässt, mich auf die Folter spannt und mich noch einmal zu... weiterlesen




Rapsgedanken

vom 09. May 2010, 11.34 Uhr

Das Tagebuch

Schon wieder unterwegs. Wenigstens weiß ich, wohin ich will und wohin es dann geht. Eventuell wird es ein wenig hektisch, aber das habe ich selbst in der Hand. Immer mal wieder ein paar Gedanken abladen, jeder Bahnhof wird da zur psychischen Müllhalde und ich bin hemmungslos im Verklappen von defekten Hirnverwicklungen. Weg damit. Dafür gibt es zwischendurch immer wieder herzzerreissende Blicke auf den Raps, der meine... weiterlesen




Abriss in Glutamat-Soße

vom 08. May 2010, 14.11 Uhr

Das Tagebuch

Früher, jaha, früher war alles besser. Vor allen Dingen, weil ich kleiner war und noch durch Luken und Ritzen krabbeln konnte. Sowohl physisch als auch psychisch. Wenngleich mir die Psyche damals wohl weniger Sorgen bereitete, als ich mir heute darüber den Kopf zu zerbrechen versuche gedenke. Oder so ähnlich. Früher. Früher aß ich noch einfach so vor mich und ließ Dinge auf dem Teller liegen, blieb so lange am Tisch sitzen, bis die Nahrung zu schimmeln begann und wartete auf Absolution. Früher. Da mochte ich keinen Käse und... weiterlesen




Luxus

vom 04. May 2010, 18.41 Uhr

Das Tagebuch

Von Liebe zu sprechen, wäre ganz sicher nicht gerechtfertigt, aber ich mag die DB-Lounges. Nicht, dass ich das Gefühl hätte, mir stünde das alles zu, aber inmitten von Geschäftsmännern und -frauen, ausgestattet mit einem tadellosen Latte Macchiato, eingedeckt mit herzhaftem Karamell-Gebäck und ausreichenden Gefühlen im Gepäck, um ein emotionales Stalingrad zu überleben, ist das Leben doch mit Luxus gepflastert. Zweifelsohne. Ganz sicher. Und so ein kurzer Stopp vor Wuppertal tut mir gut, bevor ich jetzt die letzten Meter zum... weiterlesen




Gewinnbringende Gedankenspiele

vom 03. May 2010, 00.05 Uhr

Das Tagebuch

Wenn ich etwas zu verzollen hätte, dann sagte ich Bescheid. Vorher. Ich öffnete meinen Koffer und sagte: "Hier, sehen Sie mal, das habe ich versehentlich in meinem Urlaub mitgenommen und war mir nicht sicher, ob ich das darf und deshalb frage ich jetzt mal schnell nach" Und natürlich wären die Beamten ob meiner Offenheit erfreut und überaus hilfreich sowie auskunftsfreudig, sie streichelten das junge Kind,... weiterlesen




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Es ist an der Zeit, die Wahrheit zu sagen, nichts zu verschweigen.“Die Wahrheit”, sagt mein Bruder, “die Wahrheit ist die beste Lüge, denn niemand wird dir glauben.” Niemand wird mir glauben, davon bin ich überzeugt, aber ich habe mir sein jenem Abend selbst versprochen, nur noch die Wahrheit zu sagen. Nichts anderes als die Wahrheit, auch wenn mir kein Gott helfen kann. (aus "Feuerbrüder")
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