schriftstehler

Geschichten und Gedanken

Das Tagebuch

Gewaltige Lösungen oder gewalttätige Lesungen

vom 16. July 2010, 16.30 Uhr

Das Tagebuch

Eine Welt ohne Soldaten und Waffen sei nicht praktikabel, sagte gestern ein Mann, den ich namentlich nicht erwähne. Ich hingegen bin und bleibe gegen Gewalt und ich möchte davon auch nicht abweichen. Gewalt ist keine Lösung, Waffen und Soldaten sichern keinen Frieden, davon wird mich niemand überzeugen können. Angst kann kein Mittel sein, um die Welt zu retten - und wenn es doch so sein sollte, dann bin ich enttäuscht.... weiterlesen

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Der Mann neben mir

vom 14. July 2010, 17.57 Uhr

Das Tagebuch

Irgendwie ist mir warm. Innen ja ohnehin, aber die äußeren Zellwände an der Epidermis sind das Problem. Und wenn diese ein Problem haben, dann habe ich eines. Mir ist also irgendwie warm und ich muss das ertragen, was ich nie wollte. Es ist so, als ob ich etwas essen müsste, das ich weder bestellt noch aufgefüllt habe, es ist ein wenig wie Politik und ein bisschen wie die Liebe. Beim einen umgekehrt, beim anderen genauso. Warm ist mir und ich mag es nicht, wenn mir warm wird. Ich darf mir aber zugute halten, dass ich den Sommer... weiterlesen




Glück ist vorhanden

vom 10. July 2010, 18.54 Uhr

Das Tagebuch

Telefon ist wieder vorhanden, das Internet noch nicht, aber das soll sich um Mitternacht ändern. Es ist nicht die feine Art, dass die Telekom so ein Fehlverhalten an den Tag legt und mich und die Kommunikation derart ausbremst. Im Wald noch einen Zugang zur virtuellen Welt zu finden, war kompliziert, aber es ist eben auch nichts unmöglich. Gut, die Temperaturen unter dem Dach sind unmöglich, 40 Grad sind kein Quell für Entspannung, aber ich will mich auch nicht ständig wiederholen und darauf pochen, dass nun endlich der Herbst... weiterlesen




Viel Gerede um viel Qualm

vom 05. July 2010, 18.05 Uhr

Das Tagebuch

Damals, also als Autos noch Ecken und Kanten hatten, Raider noch gar nicht existiert und Brausepulverbonbons von Frigeo für zwei Pfennig einzeln zu kaufen waren, damals war ich radikal. Ich erklärte als mannhafter, heroischer Siebenjähriger, dass ich nur noch im Auto sitzen wolle, wenn dort nicht mehr geraucht würde. Ein Umdenkprozess begann, der vor allem durch mein Mark erschütterndes Gezeter - auch den Euro gab es damals noch nicht - auf das Äußerste forciert wurde. Kurze Zeit später hörten zwei Erwachsene mit dem Rauchen... weiterlesen

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Pause

vom 28. June 2010, 15.25 Uhr

Das Tagebuch
Ich mache tatsächlich Urlaub. Nicht in der Ferne, das liegt jenseits irgendwelcher numerischer Reichweiten. Jedoch ist die Pause genau das, was ich brauche, es ist das, was mein Körper und mein Kopf forderte, es ist all das, was wichtig ist, um mich zu erholen. Zwischendurch ein paar Dinge erledigen, dann wieder in willenloser Stille sitzen und gar nicht bewegen, weder physisch noch psychisch. Im Exil geht das freilich ein wenig einfacher als im Wald, aber die Heimat hat auch unschlagbare Vorteile. Morgen Abend noch einmal auf die Bühne,... weiterlesen



Zum letzten Mal

vom 20. June 2010, 14.37 Uhr

Das Tagebuch

Manchmal freue ich mich, was ich für Menschen kenne. Schon allein, weil mich diese Menschen auch kennen und sich an mich erinnern. Wundervolle Momente voller Lächeln. Manchmal kann es dann auch anstrengend sein, weil so viel geschieht oder einfach viel geschehen muss, doch wenn dann die richtigen Menschen in der Nähe, ist alles nicht so schlimm. Allein hätte ich die Extraschicht gestern gar nicht überlebt, da bin ich mir sicher, doch mit so feinen Kerlen in S- und U-Bahn sowie im Bahnhof selbst konnte ja gar nichts schief gehen.... weiterlesen




Nichtigkeiten

vom 18. June 2010, 15.52 Uhr

Das Tagebuch

Mir ist das nicht egal, es ist mir einfach nicht wichtig. Eiscreme ist mir wiederum wichtig, das esse ich gern, auch wenn es ungesund ist. Meistens. Lächeln ist mir auch wichtig, weil es in alle Richtungen strahlt. Fernsehen ist für mich so unwichtig, wie, ja, wie Drogen oder auch wie Kriege. Ich kann auf all das verzichten und ich tue es auch, wobei ich auch denke, dass das alles zusammenhängt. Drogen. Kriege. Fernsehen.... weiterlesen




Licht

vom 16. June 2010, 19.12 Uhr

Das Tagebuch
Und dann liegst du da und sagst: "Mach doch mal das Licht aus." Und ich frage dich, welches Licht du denn meinst, schließlich sei es dunkel und ich könne den Mond gerade nicht erreichen - weder telefonisch noch mit meinen seiltanzenden Gedanken. Das Licht, schreist du, das Licht! Das sei doch alles nicht so schwer zu verstehen und ich solle mich nicht dümmer stellen, als ich ohnehin schon vorgebe, nicht zu sein. Ich zucke mit den Schultern und verlasse dich, um in aller Ruhe die Dunkelheit zu genießen, bis ich schließlich... weiterlesen



Unbezahlbar

vom 12. June 2010, 11.29 Uhr

Das Tagebuch

Manche Dinge sind unbezahlbar. Zum Beispiel der Lamborghini Gallardo Negra. Für mich liegt der Erwerb eines solchen Hobels, der mich gar nicht in den Wald tragen könnte, außerhalb jeglicher Reichweiten. Unbezahlbar. Aber ich bin mir sicher, dass ich, selbst wenn ich 200.000 Euro zur Hand hätte, kein Interesse daran hätte, so einen Wagen zu kaufen. Freundschaften kann man nicht kaufen, allein deswegen sind sie... weiterlesen




Irgendetwas

vom 05. June 2010, 20.09 Uhr

Das Tagebuch

Ich liebe Hotelzimmer. Schon allein deswegen, weil ich sie nicht aufräumen muss. Nicht, dass mich das nun ermutigte, besonders chaotisch zu sein, nein, denn zum einen ist keine Steigerung möglich, zum anderen finde ich es wenig respektvoll, anderen Menschen zusätzlich Arbeit zu verschaffen. Hotelzimmer darf ich dennoch lieben, das ist einfach ein Geschenk, das ist Luxus pur und den lasse ich mir heute Abend gönnen, bevor... weiterlesen

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Es ist an der Zeit, die Wahrheit zu sagen, nichts zu verschweigen.“Die Wahrheit”, sagt mein Bruder, “die Wahrheit ist die beste Lüge, denn niemand wird dir glauben.” Niemand wird mir glauben, davon bin ich überzeugt, aber ich habe mir sein jenem Abend selbst versprochen, nur noch die Wahrheit zu sagen. Nichts anderes als die Wahrheit, auch wenn mir kein Gott helfen kann. (aus "Feuerbrüder")
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